Kollodium als Bildlträger
Kollodium als Bildlträger
VErsuche mit Gelatine scheitern
Gelatine bildet in getrocknetem Zustand biegsame, transparente Blätter. Es lag also nahe, diese als biegsamen Bildträger zu verwenden. Entsprechende Versuche wurden bereits 1878 beispielsweise von Friedrich Wilde in Görlitz durchgeführt. Er trug auf einen Gelatineschicht einen Gelatineemulsion auf. Allerdings erwies sich das Verfahren als nicht praktikabel, weil die Gelatine durch Wasseraufnahme so stark quoll, dass der Bildträger nicht mehr maßhaltig waren und Trocknungszeiten von bis zu 24 Stunden erforderlich wurden. Durch Härtung der Gelatine konnten diese Nachteile zwar gemildert, aber letztlich nicht völlig ausgeräumt werden.
Kollodium als Bildträger
Alexander Parkes, der Erfinder des Zelluloids, erfoschte die Möglichkeiten biegsamer Filme ausführlich und lies sich bereits 1856 einen Film patentieren, der aus mehreren gegossenen Kollodiumschichten bestand. Allerdings wurde diese Idee zunächst nicht weiter verfolgt, bis Alfred Pumphrey 1882 die Idee hatte, beide Filmbildner, Kollodium und Gelatine miteinander zu kombinieren. Er trug eine Gelatineemulsion auf einen Kollodiumträger auf. Allerdings waren selbst die trockenen Filme feuchtigkeitsempfindlich und neigten zu Verformungen. Daher wurden sie in speziellen Kassetten in der Kamera verwendet, die der Planhaltung dienten. Vermutlich hat Pumphrey auch die Filmkassette erfunden, wie sie in ähnlicher Form heute noch verwendet wird.